Hockey in Osternienburg

Die Geschichte unseres Vereins

von Roland Messinger


Der Beginn in den 1950er Jahren

Am 1. September 1950 wurde die Sektion Hockey in Osternienburg gegründet und schloss sich an diesem Tag der zur gleichen Zeit ins Leben gerufenen Betriebssportgemeinschaft Chemie Osternienburg an.

Osternienburg, ein Ort in der Nähe von Köthen/Anhalt, zählte zu dieser Zeit etwa 3000 Einwohner und verfügte über Betriebe der Chemischen Industrie und Landwirtschaft.

Osternienburg, um ca. 1950

Der 18-jährige Ernst Messinger, der während seiner Schul-und Lehrzeit das Hockeyspiel in Köthen erlernte, scharte nach der im April abgeschlossenen Lehrausbildung und der Rückkehr in seinen Heimatort Osternienburg Freunde und Jugendliche in seinem Alter um sich und bildete mit ihnen eine Hockeymannschaft. Bis August waren es bereits 10 Akteure. So konnten sie noch vor der Aufnahme in die BSG, am 23.8. in Köthen und am 27.8 in Osternienburg zwei Testspiele gegen Köthener Mannschaften bestreiten.

Die Aufstellung war wie folgt: Willi Stallbaum, Helmut Titsch, Gerhard Übler, Gerhard Wyrzykalla, Günther Stiller, Klaus Denkewitz, Werner Rothe, Ernst Messinger, Erwin Hoppe, Heinz Becker, Schiri war der Osternienburger Helmut Hammer. Über den Ausgang des Spiels ist heute nichts Näheres mehr bekannt, aber er muss zumindest ermuntert haben der BSG Chemie beizutreten. Das Interesse, der vormals nur als „Wilde Haufen“ bekannten Truppe, hat von nun an auch die Damen erreicht und in Kürze bildete sich auch da eine Mannschaft. Auch bei den Schülern war reger Zulauf. Das Verhältnis zu den ebenfalls der BSG Chemie angehörigen Fußballern war aber von Anfang an gespannt, so dass bereits die Damen und Schüler im November 1951 zur BSG Traktor Osternienburg übertraten. Ernst Messinger war jetzt Organisator, Spieler, Sektionsvorsitzender, Schiedsrichter sowie Trainer bei Chemie und Traktor Osternienburg. Die Leitung der Damenmannschaft übernahm Ruth Keil (Mann).

Mit zwei vom Landes-Sportausschuss Sachsen-Anhalt gespendeten Hockeybällen begann 1950 im kleinen Ort Osternienburg eine beeindruckende Hockey-Geschichte.

Offizielle Bestätigung zur Vereinsgründung

1950, ein Jahr nach der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik, fanden die ersten DDR-Meisterschaften im Feldhockey statt. Im Jahr davor wurde bereits der Ostzonen-Meister ermittelt.

1951, in dem Jahr, in dem in der DDR weltweit das erste Hallenhockeyspiel stattfand und Österreich und die DDR als erste Länder der Welt eine Hallenhockey-Meisterschaft austrugen (die BRD folgte erst 11 Jahre später), nahm auch Osternienburg erstmals mit vier Mannschaften am geregelten Punktspielbetrieb teil.

„Traktor Osternienburg“ Damen 1951/52 (v.l.n.r.) Ruth Urban, Annemarie Hohndorf, Margot Gernegroß, Helga Pollok, Helga Hammer, Erna Oys, Gerlinde Müller, Ruth Keil, Irmgard Klaus, Inge Stärker, Gerda Dübner

„Chemie Osternienburg“ Herren, 1951/52 (v.l.n.r.): Helmut Hammer, Ernst Messinger, Gerhard Wyrzykalla, Helmut Titsch, Willi Herrmann, Werner Roth, Ferdinant Salm, Erich Stiller, Fritz Mann, Klaus Denkewitz, Franz Hammer, Erwin Hoppe

1953, am 1.Mai, konnte nach einjähriger Bauzeit ein eigener Hockeyplatz eingeweiht werden. Bisher war man auf Mitbenutzung des Fußballplatzes angewiesen. Die Einweihungsspiele wurden gegen die Damen-und Herrenmannschaften von ASW Leipzig (heute SC Leipzig) bestritten.

Eröffnung des Hockeyplatzes 1953: Aufbau-Südwest Leipzig und Traktor Osternienburg Damenmannschaft

Eine Sporthalle stand bis Ende der 70er Jahre ebenfalls noch nicht zur Verfügung. Zum Trainieren genügte bis dahin ein kleiner mit Parkett belegter Saal einer Gaststätte, in dem man die Tore einfach an die Wand malte.

1955 wechselte die Männermannschaft als letzte Mannschaft ebenfalls von der BSG Chemie zur BSG Traktor.

1956, am 23. März, nur sechs Jahre nach der Gründung der Hockeysparte in Osternienburg geschah die Sensation. Völlig überraschend gewann die von Ernst Messinger trainierte männliche Jugendmannschaft von Traktor Osternienburg die DDR-Meisterschaft im Hallenhockey und bestätigte diesen Erfolg ein Jahr später mit der Vizemeisterschaft.

DDR Meister 1956„Traktor Osternienburg“ v.l.n.r.: Peter Feistel, Helmut Reinert, Klaus Denkewitz, Siegfried Mendyk, Trainer Ernst Messinger, Werner Grube, Dieter Schiedewitz, (vorn) Siegfried Salm, Dieter Pfohl, Dieter Heuber

Dieser Erfolg sprach sich bis ins Polnische Nachbarland herum und so kam eine Freundschaft mit dem Polnischen Verein LKS Rogowo zustande, die jährlich zum sportlichen Austausch führte und Jahrzehnte hielt.

Hockeyspieler von Traktor Osternienburg und LKS Rogowo in der Volksrepublik Polen


Die 1960er Jahre

1960 Osternienburg hatte 3500 Einwohner

1962 stiegen die Herren in die DDR Oberliga auf und etablierten sich fest in dieser Spielklasse.

1966 und 1967 stellten sich im Nachwuchsbereich die ersten Erfolge mit dem Gewinn des Pionierpokals auf dem Feld als beste Schülermannschaft der DDR ein.

„Traktor Osternienburg“ Schüler 1967, hinten (v.l.n.r).: Dieter Stiller, Karl-Heinz Ende, Betreuer Herbert Höhne, Berthold Höhne, Hartmut Hacker, Co-Trainer Franz Berger, Roland Messinger, Rainer Härtling, Trainer Ernst Messinger, Michael Bachmann, vorn: Peter Roth, Detlef Bahn, Dietmar Fröhlich, Karl-Heinz Pruß, Klaus Kobert

1968, dem Jahr der Olympischen Spiele in Mexiko, konnten die ersten DDR Hallen-Meistertitel im Nachwuchs der männlichen Schüler und Jugend und die DDR-Meistertitel der weiblichen und männlichen Schüler und Jugend auf dem Feld erkämpft werden. Mit der Auswahlmannschaft des Bezirkes Halle wurde zudem der Spartakiade-Sieg bei den Schülern und der Jugend errungen.

Kishan Lal, Herbert Höhne und Dieter Schmidt.

Der Indische Trainer Kishan Lal, Olympiasieger von 1948, der einige Zeit in Osternienburg verbrachte und die dortigen Nachwuchsmannschaften trainierte, äußerte sich ausgesprochen positiv über deren Fähigkeiten.

1968 berief der Hockeyverband Wolfram Schladitz als Trainer nach Osternienburg. Mit ihm entstand zunächst ein Trainingszentrum und in der Folge ein Hockeyleistungszentrum unter der Schirmherrschaft des SC Magdeburg in Osternienburg, zu dem von nun an die besten Köthener und Osternienburger Spieler nominiert wurden.

1969 wurde jedoch durch ein Ereignis getrübt, das die Förderung des Hockeysports in der DDR einschränkte.

Per Leistungssportbeschluss wurde die staatliche Unterstützung für die Sportart Hockey urplötzlich eingestellt. Nach dem 11. Platz bei den Olympischen Spielen in Mexiko und der dazu noch erlittenen Niederlage der DDR gegen die BRD schätzte man Hockey im Hinblick auf die nächsten Olympischen Spiele als nicht mehr medaillenträchtig und förderungswürdig ein.

Das gerade erst kurze Zeit existierende Leistungszentrum in Osternienburg, die Sportclubs in Leipzig, Jena, Erfurt und Magdeburg wurden geschlossen, zu denen bis dahin die besten Spieler nominiert wurden. Die Nationalmannschaft der DDR durfte nicht mehr an Europa-Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen teilnehmen. Nur in Freundschaftsturnieren und Länderspielen traf man nun auf internationale Gegner.

1969 beendeten die Osternienburger Herren das Jahr im Feldhockey als Vizemeister und es wurden nun erstmals mit Heinrich Schmidt, Dieter Schmidt und Gerhard Zein junge Osternienburger Spieler in der Nationalmannschaft eingesetzt.


Die 1970er Jahre

1970 erhielten mit Karin Pawlick, Gudrun Bahn und Ursula Greunke auch die ersten Osternienburger Damen Nominierungen für die DDR-Auswahl.

1971 holten die Osternienburger Herren zum ersten Mal bei den Erwachsenen den DDR Meister- Titel im Hallenhockey und erkämpften nach 1972 ,1973 und 1974 von 1976-1990 noch 14 Mal diesen Titel in Folge.

Im Bild oben: Die Funktionäre des Osternienburger Vereins: Herbert Höhne, Sportlicher Leiter Ernst Messinger, Sektionsvorsitzender Wolfgang Schiedewitz, BSG Vorsitzender Ewald Busse, Technischer Leiter Werner Jungk, Trainer Wolfram Schladitz

Im Bild unten: die DDR Meister 1971: Joachim Ebel, Heinrich Schmidt, Franz Berger, Lothar Berger, Klaus Kobert, Berthold Höhne, Peter Jungk, Gerhard Zein, Dieter Schiedewitz, Detlef Bahn, Heinz Salm, Dieter Schmidt, Werner Grube

Die Osternienburger DDR-Meister bei den Herren im Jahre 1972

1972 wurden die Osternienburger Herren erstmals DDR-Hockeymeister auf dem Feld, konnten das 1973 wiederholen und gewannen dann von 1975-1986 diesen Titel ununterbrochen zwölf Mal in Folge und 1989 zum letzten Mal.

DDR-Meister 1972 im Feldhockey. (v.l.n.r.) Trainer Wolfram Schladitz, Heinrich Schmidt, Siegfried Salm, Peter Roth, Detlef Bahn, Gerhard Zein, Berthold Höhne, Rainer Härtling, vorn Klaus Kobert, Dieter Schmidt, Franz Nagel, Werner Grube, Lothar Berger

1973 gelang den Damen ebenfalls zum ersten Mal die DDR-Meisterschaft in der Halle.

DDR-Meister 1973 im Hallenhockey (v.l.n.r.) Gudrun Fleischer( Bahn), Sybille Peter, Ursula Greunke, Birgit Berger, Karin Pawlick (Gröger), Birgit Stallbaum (Zein), Christel Fischer

1974 wurde in Erfurt das historisch erste Damen Hallenhockey-Länderspiel der Welt ausgetragen. Mit Ursula Greunke (Foto 2.v.l.) stand bei dieser Begegnung zwischen der DDR und der CSSR auch eine Osternienburger Nationalspielerin auf dem Parkett.

1.Hallenhockey-Länderspiel der Damen

1975 Die Herrenmannschaft von Traktor Osternienburg.

Hinten v.l.n.r.: Karl-Heinz Heinrich, Detlef Bahn, Franz Berger, Klaus Kobert, Berthold Höhne, Peter Roth, Frank Henschke, Trainer Werner Grube. Links stehend: Dieter Schiedewitz. Rechts stehend Dieter Schmidt. Mittlere Reihe: Rainer Härtling, Gerhard Zein, Heinz Salm, Peter Jungk, Dieter Roth, Lothar Berger, vorn: Martin Nagel, Gerhard Locker, Heinrich Schmidt

1976 Die Damenmannschaft von Traktor Osternienburg 1976 nach dem Sieg bei einem Internationalen Turnier in Sroda (VR Polen). Der Trainer in der Nachfolge von Dieter Schmidt war ab 1975 Lothar Berger. In der Spielzeit 1977/78 übernahm Bernhard Nagel die Mannschaft in gleicher Funktion.

Osternienburger Damen 1976 v.l.n.r.: Gudrun Bahn, Antje Birgit Mann (Matthias), Karin Fritsche (Richter), Karin Pawlick (Gröger), Heidrun Klukowski (Reinbothe), Ilona Schmidt (Böhm), Cornelia Dubicki (Baier), Angelika Aelter (Rommel), Kerstin Denkewitz, Edith Massag (Schubert), Carmen Henschke (Stammwitz), Birgit Fischer (Wagenbrenner), Christel Fischer

1978 gewann die DDR Herren-Nationalmannschaft in Osternienburg ein offizielles Länderspiel gegen die Sowjetunion mit 3:1.

1978 schmückte man sich in Osternienburg mit einem besonderen Juwel: Nach 5-jähriger Bauzeit wurde eine freitragende Scheune durch Eigeninitiative der Osternienburger Sportler in eine Hockeyhalle umgebaut und eingeweiht.


Die 1980er Jahre

1980 fand zwei Monate vor den Olympischen Spielen in Moskau ein Feldhockey Damen-Länderspiel gegen Olympiateilnehmer UdSSR in Osternienburg statt, das die DDR 1:0 gewann. Vier Osternienburger Spielerinnen gehörten der siegreichen DDR Mannschaft an. Sie hofften als Medailliengarant noch auf die Teilnahme bei den Spielen, da das Teilnehmerfeld von westlichen Ländern boykottiert wurde und ein Platz frei war. Doch im letzten Augenblick meldete Simbabwe, das gerade erst drei Monate vor Beginn der Spiele ein unabhängiges Land geworden war eine Mannschaft, fuhr zu den Spielen und gewann die Goldmedaille. Die UdSSR wurde Dritter.

Osternienburger Damen und Herren 1980 v.l.n.r.: Trainer Peter Jungk, Elke Härtling, Christel Fischer, Berthold Höhne, Angelika Aelter,Karin Pawlick (Gröger) Gerhard Zein, Ilona Schmidt (Böhm), Gerhard Locker, Dagmar Naumann, Detlef Bahn, Franz Berger, Betreuer Robert Naumann, Uwe Marquardt, Trainer Bernhard Nagel, Edit Massag (Schubert), Antje Birgit Mann (Matthias), Birgit Fischer (Wagenbrenner), Annegret Naumann, Cornelia Dubicki (Baier), Simone Kopper (Lehmann), TW Angelika Kusmierek (Schweitzer), Christine Taday (Rehpennig), Christel Timling (Schmidt), Carmen Henschke (Stammwitz), Peter Roth, Lothar Berger

1980 gewannen die Herren den Pokal und die Meisterschaft. Die Damen erstritten die Meisterschaft auf dem Feld und die Gold-und Bronzemedaille in der Halle.

“Traktor Osternienburg” Damen 1983: hinten v.l.n.r.: Adelgunde Lösch, Antje Birgit Mann, Ilona Schmidt-Böhm, Karin Gröger, Elke Jäckel, Edith Massag, Christel Fischer, Karin Massag, Ines Thielicke. Vorn: Christel Timling-Schmidt, Christine Taday, Gudrun Bahn, Birgit Fischer

“Traktor Osternienburg” Herren 1983, hinten: v.l.: Betreuer Robert Naumann, Rainer Härtling, Bernhard Liehr, Michael Beran, Gerald Schweitzer, Detlef Bahn, Lothar Berger. Vorn: Franz Berger, Helmut Neumann, Gerhard Locker, Peter Roth, Gerhard Zein

1985 trat die Herrennationalmannschaft der DDR in Osternienburg zu zwei Länderspielen gegen die Tschechoslowakei an und gewann beide Spiele mit 6:1.

1985 war in historischer Hinsicht für den Verein und den Hockeysport der DDR ein besonderes Ereignis. Die Osternienburger Herren erhielten die Genehmigung zu einer Fahrt in die BRD zum Bonner THV, um ein Freundschaftsspiel zu absolvieren. Nach langem Bemühen konnte nun erstmals wieder eine Mannschaft aus der DDR einen Hockey-Vergleich mit einer Mannschaft im anderen Deutschland austragen. Das war nach 17 Jahren Pause die erste deutsch-deutsche Begegnung nach dem Aufeinandertreffen der Nationalmannschaften der Bundesrepublik Deutschland und der DDR in Mexiko bei den Olympischen Spielen.

Großes Medieninteresse beim deutsch-deutschen Vergleich 1985 in Bonn

1986 fand das Rückspiel des Bonner THV in Osternienburg statt. Nach den Ausscheidungsspielen zwischen den beiden deutschen Mannschaften für die Olympischen Spiele in Tokio 1964 war das das erste Spiel einer Hockeymannschaft aus der Bundesrepublik in der DDR.

Am 5.September 1986 kam es dann zu noch einem anderen spannenden Höhepunkt. In einem offiziellen Länderspiel vor 1500 Zuschauern auf der Osternienburger Hockeyanlage traf die Nationalmannschaft der DDR mit vielen Osternienburger Spielern in ihren Reihen auf den 8-fachen Olympiasieger Indien und gewann 3:0.

Von 1978 bis 1986 errangen die Damen neun Mal nacheinander den DDR-Meistertitel auf dem Feld und außerdem in den Jahren 1977, 1978, 1980, 1982-1988 und 1990 in der Halle.

Der 10. DDR Feldhockey-Meistertitel 1988 obere Reihe: Trainer Werner Grube, Susan Panhans (Ulrich), Annett Wissel (Windberg), Jacqueline Windberg, Beatrix Stumpe, Sandy Dolge (Hoferecht), Arlette Jungk (Ebeling),Jana Denkewitz, Jana Ulrich – vorn: Iris Weis, Ines Grube, Grit Mourek (Pendelin), Elke Jäckel, Gudrun Bahn, Adelgunde Lösch

1988 konnten in Osternienburg kurzfristig zwei Damen-Länderspiele der DDR gegen Polen durchgeführt werden. Mit Gudrun Bahn, Adelgunde Lösch, Grit Pendelin, Iris Weis und Annett Windberg wurden fünf Osternienburger Spielerinnen eingesetzt.

Der 15. DDR Feldhockey-Meistertitel 1989 obere Reihe: Trainer Martin Nagel, Michael Beran, Bernd Grube, Matthias Schmidt, Thomas Mettchen, Frank Henschke, Bernhard Liehr, Detlef Bahn, Frank Dolge, Vorn: Lothar Berger, Jürgen Gudziol, Detlef Mourek, Helmut Neumann, Andreas Dolge

1989 zählte der Osternienburger Hockeyverein 305 Mitglieder.

1989 war die Herren-Nationalmannschaft der CSSR erneut Gast in Osternienburg und trug zwei Länderspiele gegen die DDR aus.

1990 fanden die letzten DDR-Meisterschaften statt. Die Herren errangen den Titel in der Halle und die Damen den auf dem Feld.

Bis zur Wende im Jahre 1990 konnten allein die Erwachsenen 57 Titel nach Osternienburg holen. 34 gewonnene DDR-Meistertitel waren es bei den Herren, davon 15 auf dem Feld und 19 in der Halle. Die Damen erkämpften sich 23 DDR-Meistertitel, 11 auf dem Feld und 12 in der Halle.

Alle Osternienburger DDR-Meistertitel auf einen Blick:

Damen

Feldhockey: 1978 1979 1980 1981 1982 1983 1984 1985 1986 1988 1989
Hallenhockey: 1973 1977 1978 1980 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1990

Herren

Feldhockey: 1972 1973 1975 1976 1977 1978 1979 1980 1981 1982 1983 1984 1985 1986 1989
Hallenhockey: 1971 1972 1973 1974 1976 1977 1978 1979 1980 1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 1990

U18

Hallenhockey:
männliche Jugend: 16x DDR-Meister
weibliche Jugend: 14x DDR-Meister
Feldhockey:
männliche Jugend: 12x DDR-Meister
weibliche Jugend: 14x DDR-Meister

U14

Hallenhockey:
männliche Schüler: 11x DDR-Meister
weibliche Schüler: 9x DDR-Meister
Feldhockey:
männliche Schüler: 13x DDR-Meister
weibliche Schüler: 9x DDR-Meister

Mit 155 Titeln in allen Altersklassen: also mehr als die Hälfte der Titel, die zwischen 1968 bis 1990 zu vergeben waren, ist der Osternienburger HC somit der bis heute erfolgreichste Hockeyverein der DDR, was ganz nebenbei sogar noch einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde einbrachte.

Zusätzlich konnte der von 1980-90 ausgetragene Hallenpokal des Deutschen Hockey-Sportverbandes von den Damen sechs und den Herren neun Mal und der Inter-Cup der Landesmeister der sozialistischen Länder mehrmals gewonnen werden.

Am 4.Juni 1990 erzielten die Osternienburger Herren den letzten großen Erfolg vor der deutschen Wiedervereinigung mit dem Gewinn der Eurohockey Club Champions Trophy in Amiens (Frankreich), (vergleichbar mit dem UEFA-Cup im Fußball).

Eurohockey Club Champions Trophy – Gewinner 1990 in Amiens (Frankreich)

Endstand der europäischen Feldhockey-Wettbewerbe im Jahr 1990

Von 1969 bis zum Ende der DDR im Jahre 1990 wurden 24 Osternienburger Herren und 21 Osternienburger Damen in der DDR-Nationalmannschaft eingesetzt.

Alle Osternienburger DDR-Nationalspieler auf einen Blick:

Herren

Name Zeit Spiele
Dieter Schmidt 1969-73 13
Heinrich Schmidt 1969-82 68
Gerhard Zein 1969-87 111
Franz Berger 1970-73 11
Berthold Höhne 1972-84 91
Detlef Bahn 1973-90 110
Peter Roth 1974-90 100
Lothar Berger 1973-90 131
Klaus Kobert 1975-78 23
Frank Henschke 1978-87 12
Gerald Schweitzer 1979-83 4
Uwe Marquardt 1980 4
Michael Beran 1981-89 60
Gerhard Locker 1983 4
Bernhard Liehr 1984-90 18
Andreas Dolge 1987-90 23
Detlef Mourek 1987-90 18
Horst Grube 1988 2
Frank Dolge 1989-90 7
Helmut Neumann 1989-90 5
Dietmar Ebert 1990 3
Thomas Mettchen 1990 1
Daniel Reinbothe 1990 3
Tino Scholl 1990 3

Damen

Name Zeit Spiele
Adelgunde Lösch 1970-90 108
Karin Gröger geb. Pawlick 1970-82 38
Ursula Scholz geb. Greunke 1970-75 5
Gudrun Bahn geb. Fleischer 1970-90 71
Birgit Kock geb. Berger 1972-74 4
Cornelia Baier geb. Dubicki 1975-77 4
Heidrun Reinbothe geb. Klukowski 1975-78 8
Angelika Chwoika geb. Berger 1976-81 19
Ilona Böhm geb. Schmidt 1977-79 5
Carmen Stammwitz geb. Henschke 1977-80 7
Antje Birgit Matthias geb. Mann 1978-84 38
Sigrun Henschke geb. Bahn 1978 1
Simone Lehmann geb. Kopper 1980 8
Christine Rehpenning geb. Taday 1981-88 19
Birgit Wagenbrenner geb. Fischer 1981-82 4
Edith Schubert geb. Massag 1981-82 4
Grit Mourek geb.Pendelin 1982-88 34
Iris Büchner geb. Weis 1983-88 22
Susan Panhans geb. Ulrich 1983-87 21
Arlette Jungk geb. Ebeling 1987-88 5
Annett Wissel geb. Windberg 1987-88 12

Die erfolgreichen Trainer bis zur Wende im Nachwuchs- und Erwachsenenbereich in Osternienburg waren: Ernst Messinger, Wolfram Schladitz (ab 1973 DDR Nationaltrainer), Franz Berger, Bernhard Nagel, Werner Grube, Dieter Schiedewitz, Detlef Bahn, Lothar Berger, Martin Nagel und Peter Jungk, der zusätzlich Trainer der weiblichen DDR Nachwuchsauswahl war, sowie Gerhard Zein und Dieter Schmidt, die beide kurz vor der Wende noch für einige Spiele die Verantwortung für das Hockey Nationalteam der DDR übernahmen.

Besondere Förderung bekamen die Osternienburger Sportler in der zurückliegenden Zeit von dem Trägerbetrieb LPG “Vereinte Kraft“ unter der Leitung von Arno Rommel und der Bürgermeisterin Hertha Rehse vom Rat der Gemeinde Osternienburg.

"Schwarz-Weiss" e.V.