Die 1960er

Aufstieg und Wachstum

1960 lebten 3500 Einwohner in Osternienburg.

1962 stiegen die Herren in die DDR Oberliga auf und etablierten sich fest in dieser Spielklasse.

1966 und 1967 stellten sich im Nachwuchsbereich die ersten Erfolge mit dem Gewinn des Pionierpokals auf dem Feld als beste Schülermannschaft der DDR ein.

1967 fand in Berlin zum ersten Mal im Nachwuchsbereich eine „offizielle DDR-Feldhockeymeisterschaft“ für Schülermannschaften der Altersklasse 14 statt. Die Jungen von Traktor Osternienburg errangen den zweiten Platz und die Silbermedaille. 

„Traktor Osternienburg“ Schülermannschaft 1967
hinten (v.l.n.r).: Dieter Stiller, Karl-Heinz Ende, Betreuer Herbert Höhne, Berthold Höhne, Hartmut Hacker, Co-Trainer Franz Berger, Roland Messinger, Reiner Härtling, Trainer Ernst Messinger, Michael Bachmann – vorn: Peter Roth, Detlef Bahn, Dietmar Fröhlich, Karl-Heinz Pruß, Klaus Kobert

1968, dem Jahr der Olympischen Spiele in Mexiko, konnten die ersten DDR Hallen-Meistertitel im Nachwuchs der männlichen Schüler und Jugend und die DDR-Meistertitel der weiblichen und männlichen Schüler und Jugend auf dem Feld erkämpft werden. Mit der Auswahlmannschaft des Bezirkes Halle wurde zudem der Spartakiade-Sieg bei den Schülern und der Jugend errungen.

Kishan Lal, Herbert Höhne und Dieter Schmidt.

Der Indische Trainer Kishan Lal, Olympiasieger von 1948, der einige Zeit in Osternienburg verbrachte und die dortigen Nachwuchsmannschaften trainierte, äußerte sich ausgesprochen positiv über deren Fähigkeiten.

Vereinsemblem „BSG Traktor Osternienburg“
ab ca. 1968

1968 berief der Hockeyverband Wolfram Schladitz als Trainer nach Osternienburg. Mit ihm entstand zunächst ein Trainingszentrum und in der Folge ein Hockeyleistungszentrum unter der Schirmherrschaft des SC Magdeburg in Osternienburg, zu dem von nun an die besten Köthener und Osternienburger Spieler nominiert wurden.

1969 wurde jedoch durch ein Ereignis getrübt, das die Förderung des Hockeysports in der DDR einschränkte.

Per „Leistungssportbeschluss“ des Politbüros der DDR vom 8.April 1969 wurde die staatliche Unterstützung für die Sportart Hockey urplötzlich eingestellt. Nach dem 11. Platz bei den Olympischen Spielen in Mexiko und der dazu noch erlittenen Niederlage der DDR gegen die BRD schätzte man Hockey im Hinblick auf die nächsten Olympischen Spiele als nicht mehr medaillenträchtig und förderungswürdig ein.

Das gerade erst kurze Zeit existierende Hockey-Leistungszentrum in Osternienburg und die Hockeysektionen der Sportclubs in Leipzig, Jena, Erfurt und Magdeburg, zu denen man bis dahin die besten Spieler nominierte, wurden geschlossen. Die Nationalmannschaft der DDR durfte nicht mehr an Europa-Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen teilnehmen. Nur in Freundschaftsturnieren und Länderspielen traf man nun auf internationale Gegner.

Im Nachwuchsbereich wurde die Sportart Hockey bei den künftigen Kinder-und Jugendspartakiaden gestrichen. Das DTSB-Präsidium verabschiedete am 22.April den Beschluss über die Entwicklung des Leistungssports bis 1972, danach sollte von nun an eine stärkere Konzentration der Förderung auf entscheidende olympische Sportarten vorgenommen werden.

1969 beendeten die Osternienburger Herren das Jahr im Feldhockey als Vizemeister und es wurden nun erstmals mit Heinrich Schmidt, Dieter Schmidt und Gerhard Zein junge, aus dem Osternienburger Nachwuchs stammende Spieler in der Nationalmannschaft eingesetzt.