Die 1990er

Die Jahre nach der Wende

Bis zur Wende im Jahre 1990 konnten allein die Erwachsenen 57 Titel nach Osternienburg holen. 34 gewonnene DDR-Meistertitel waren es bei den Herren, davon 15 auf dem Feld und 19 in der Halle. Die Damen erkämpften sich 23 DDR-Meistertitel, 11 auf dem Feld und 12 in der Halle.

1990 fanden die letzten DDR-Meisterschaften statt. Die Herren errangen den Titel in der Halle und die Damen den auf dem Feld.

Am 4.Juni 1990 erzielten die Osternienburger Herren den letzten großen Erfolg vor der deutschen Wiedervereinigung mit dem Gewinn der Eurohockey Club Champions Trophy in Amiens (Frankreich), (vergleichbar mit dem UEFA-Cup im Fußball).

Eurohockey Club Champions Trophy – Gewinner 1990 in Amiens (Frankreich)
Endstand der europäischen Feldhockey-Wettbewerbe im Jahr 1990

Am 16.8.1990 wurde aus dem Hockeyverein ein Club gegründet, der traditionsreiche Name „Traktor Osternienburg“ abgelegt und in „OSTERNIENBURGER HC Schwarz-Weiß e.V.“ umbenannt. Die deutsche Wiedervereinigung erfolgte knapp zwei Monate später am 3.Oktober und die Vereinigung der beiden Deutschen Hockeyverbände im November 1990.

Vereinsemblem des Osternienburger Hockeyclubs

1990 standen die Osternienburger Einwohner und Hockeyspieler im vereinten Deutschland plötzlich vor völlig neuen Herausforderungen. Innerhalb von drei Jahren wurden die ortsansässigen Betriebe, die die Sportvereine unterstützten und wo eine Vielzahl der Osternienburger beschäftigt war, abgewickelt. Viele, auch Hockeyspieler verließen das Dorf und suchten sich andernorts Arbeit oder bekamen Angebote von Clubs in den alten Bundesländern oder im Ausland. Die Einwohnerzahl schrumpfte auf 2100, ebenso die Mitgliederzahl im Club auf 174. Es kam nicht selten vor, dass Spieler von ihren neuen Wohnorten hunderte Kilometer anreisten, um bei Spielen für den Osternienburger Hockey-Club aktiv dabei zu sein. In dieser Zeit übernahm Wolfgang Schönwald den Vorsitz im Club.

Osternienburger Herren 1991
(v.l.n.r.) HINTEN: Martin Nagel, Detlef Bahn, Dietmar Ebert, Raik Hartmann, Daniel Reinbothe, Tino Scholl, Dennis Herkner, Bernhard Liehr, Matthias Nagel, Matthias Schmidt, Frank Dolge
VORN: Frank Henschke, Detlef Mourek, Matthias Kusmierek, Helmut Neumann

Durch den 3. Platz bei der letztmalig 1990 ausgetragenen DDR-Feldhockeymeisterschaft waren die Osternienburger Herren automatisch für die 2.Bundesliga qualifiziert.

1991 starteten sie unter dem Trainer Dieter Schmidt in dieser Liga, konnten aber die Klasse, bedingt durch viele Abgänge, nicht halten. In der Hallensaison spielten sie in der Regionalliga.

Die Osternienburger Damen hatten sich durch den letzten DDR-Meisterschaftsgewinn für die 1.Feldhockey-Bundesliga qualifiziert. Aufgrund erheblicher Dezimierung des Mannschaftskaders hauptsächlich auch durch Schwangerschaft und Geburten verzichteten sie auf die Teilnahme in der 1.Liga und überließen das Startrecht dem Vizemeister ATV Leipzig. Die Saison 1991 absolvierten die Damen in der Regionalliga und schlossen diese mit dem Gewinn der Ostdeutschen Meisterschaft im Feldhockey ab.

1993 wurde der Osternienburger Hockeyclub auf dem DHB-Bundestag in Bonn vom damaligen DHB-Präsident Wolfgang Rommel mit der Paul-Reinberg-Plakette ausgezeichnet.

1994 übernahm Ernst Messinger noch einmal für 2 Jahre den Vorsitz im Club, übergab 1996 die Verantwortung an Frank Stute und wurde zum Ehrenpräsidenten ernannt.

1995 schafften die Herren unter Trainer Detlef Lausch den Aufstieg in die 2.Hallenhockey-Bundesliga und konnten in dieser Liga bis zum Aufstieg in die 1.Bundesliga im Jahre 2000 bestehen. 1999 bis 2003 wurde die Mannschaft von Dieter Schmidt trainiert.

Osternienburger Herren 1998
(v.l.n.r.) HINTEN: Matthias Schmidt, Dietmar Ebert, Dennis Herkner, Raik Hartmann, Gunter Ebert, Andreas Matz, Tino Scholl, Rene Zein
VORN: Frank Dolge, Andreas Dolge, Florian Locker, Peter Chwoika, Steve Patzelt, Dandy Nagel, Matthias Nagel, TW Michael Schmidt , TW Detlef Mourek
FOTO: Foto-Fritsche Köthen (facebook.com/FotoFritsche)
Osternienburger HC Damen 1998
(v.l.n.r.) HINTEN: Antje Klee, Katharina Mehl, Manuela Thetmann, Ellen Kaiser, Jana Oschmann, Peggy Reinicke, Rita Janski, Iris Weis, Peter Jungk
VORN: Jana Rinkenbach, Anica Brüning, Yvonne Lindau, Grit Mourek, Anne Förster, Yvonne Michaelis, Janine Rinkenbach, TW Arlette Jungk
FOTO: Foto-Fritsche Köthen (facebook.com/FotoFritsche)